Otto Möller

war 1969, als wir die erste Einzelausstellung seiner Gemälde und Aquarelle nach 1945 zeigten, fünf Jahre zuvor verstorben. Sein künstlerisches Werk setzt 1908 kraftvoll ein und endet erst fünf Jahrzehnte später kurz vor seinem Tode. Es durchläuft konsequent die Phasen des Impressionismus und des Expressionismus mit einem Höhepunkt stark farbiger kubistischer Prägung zwischen 1919 und 1924, um dann in einen ganz persönlichen, realistisch-neusachlichen Stil einzumünden. Dieser gewinnt bei seinen zum T eil vielfigurigen Gemälden zuletzt eine stille, magische Unwirklichkeit.

Das malerische Werk von Otto Möller ist leider nicht sehr umfangreich und deshalb auch nur einem kleinen Kreis von Kennern und Freunden seiner Kunst bekannt. Viele seiner Werke sind in öffentliche und private Sammlungen gelangt, so daß sie dem allgemeinen Publikum zumeist nicht zugänglich sind. Die Freunde und Besucher unserer Galerie konnten zwar im Anschluß an unsere letzte größere Präsentation von Werken Otto Möllers (1986) immer wieder einzelne seiner Arbeiten bei uns sehen, jedoch nie einen repräsentativen Querschnitt. Wir freuen uns deshalb, daß wir in dieser Ausstellung eine größere Anzahl von Gemälden und Aquarellen zeigen können, die noch nie oder vor langer Zeit zu sehen waren.

Florian Karsch

Lebensdaten
1883 Am 20. Juli in Schmiedefeld in Thüringen geboren
1904 Studienbeginn an der Königlichen Kunstakademie in Berlin unter Philipp Franck
1907 -1908 Schüler bei Lovis Corinth
1909 Beginn der Lehrtätigkeit als Kunsterzieher. Daneben freischaffend als Maler in Berlin
1913 Erste Eheschließung mit Erna Senkbeil
1915 Geburt des ersten Sohnes Hans
1915 -1918 Kriegsdienst
1919 Mitglied der NOVEMBERGRUPPE und Teilnahme an all ihren Ausstellungen
1920 Beginn der langjährigen Mitarbeit an der Neugestaltung der Kunsterziehung irn "Zentralinstitut in Berlin", Lehrstuhl für Methodik und Pädagogik an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin (bis 1940)
1921 Geburt des zweiten Sohnes Peter
1930 Zweite Eheschließung mit Morgarete Uhlmann
1933 -1945 Lebt zurückgezogen in Berlin, gegen Kriegsende in Thüringen
1946 -1955 Professor an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin
1964 Am 29. Februar in Berlin gestorben
 
Monographie von Rudolf Pfefferkorn
1974 Stapp Verlag, Berlin, 94 Seiten, 60 Abbildungen von Gemälden, (davon 12 farbige) und 12 Textabbildungen
 
Einzelausstellungen
1929- 1931 In der KUNSTSTUBE, Berlin, Schöneberger Ufer
1969 GALERIE NIERENDORF, Katalog "Kunstblätter" Nr. 16, 36 Seiten mit 2 Original-Holzschnitten und 85 Abbildungen
1973 KUNSTAMT WEDDING zum 90. Geburtstag, Katalog: 30 Seiten, 20 Abbildungen
1976 KUNSTAMT WEDDING, Holzschnitte, Lithographien, Aquarelle
Katalog: 26 Seiten, 20 Abbildungen
1986 GALERIE NIERENDORF: Drei Maler geprägt in Berlin,
Otto Herbig, Bernhard Klein, Otto Möller.
Katalog "Kunstblätter" Nr. 48:
40 Seiten, davon 21 für Otto Möller mit 60 Abbildungen
2000 GALERIE NIERENDORF: Gemälde und Aquarelle
Katalog "Kunstblätter" Nr. 67: 32 Seiten mit 55 farbigen Abbildungen
 
Wichtigste Ausstellungsbeteiligungen
1910 Graphisches Kabinett J.B. Neumann, Berlin
1910/1911 21. und 23. Ausstellung der BERLINER SEZESSION
1911 und 1913 Ausstellungen des DEUTSCHEN KÜNSTLERBUNDES Leipzig und Mannheim
1919 bis 1932 an allen Ausstellungen der NOVEMBERGRUPPE und der JURYFREIEN KUNSTSCHAU beteiligt
1924 Erste allgemeine Kunstausstellung in Moskau
1946 Erste deutsche Kunstausstellung, Zeughaus Berlin
1960/1961 BERLIN-ORT DER FREIHEIT FOR DIE KUNST in Recklinghausen, Wien, Oslo, Berlin
1961 "Neue Sachlichkeit", Haus am Waldsee, Berlin
1967 "Magischer Realismus in Deutschland 1920 -1933", Wuppertal
1967/1968 "Berlin -Zwanziger Jahre", Bad Godesberg und Haus am Lützowplatz, Berlin
1968 "Realismus in der Malerei der Zwanziger Jahre", Hamburger Kunstverein und Frankfurter Kunstverein
1970 "Expressionismus in Berlin 1908 -1930", Bonnl Bad Godesberg
1972/1973 "Graphik des Expressionismus in Berlin", Lübeck, Brernerhaven, Osnabrück, Hamm u.a.
1998 bis 2001 "100 Jahre Kunst irn Aufbruch". Die Berlinische Galerie zu Gast in Bonn, Grenoble,Valencia, Porto und Budapest

 

 

 

GALERIE NIERENDORF